KRACHMONOPOL

PERU DIE LETZTE (So. 20.07.2003)
Hola,
mir gehts bis auf eine erkaeltung immer noch gut, hier nur ein kleiner bericht der dringlichkeit erfordert schliesslich kehrt ingo am donnerstag nach deutschland zurueck ich glaube das muesste peru die 5te sein, ist auf jeden fall aber die letzte aus peru danach geht es fuer mich zurueck nach ecuador, nicht mal mehr 2 monate dann heisst es wieder "gruess gott" statt "hola"
1. huaraz
2. akklimatisieren und anatoli boukreev
3. colca canyon
4. Pisco
5. Furzen
1. Huaraz
nachdem ich Tanja zum flughafen bringen musste (schnieff) bin ich nachts mit ingo im bus nach huaraz gefahren. huaraz gilt als die schweiz perus, wobei ich sagen kann dass die schweiz hiermit nicht mithalten kann. wir kamen morgens um 6 an, sind ins hostal und schon beim blick aus dem fenster 8 schnee bedeckte gipfel zwichen 5500 und knapp 6800, dem huascaran dem hoechsten berg perus. uns war klar hier sind wir richtig um zu trekken und um unseren berg den pisco (5763m) zu besteigen. geplant war erst mal akklimatisieren schliesslich kamen wir aus meereshoehe auf ueber 3000m nach huaraz
2. akklimatisieren und anatoli boukreev
ingo ist ein grosser berg romantiker und verschlingt berichte und buecher ueber berge und bergsteiger. auf unserer tour durch peru waren das ein messner buch und "the climb" von anatoli boukreev. boukreev war einer der grossen bergsteiger der mehrere 8000 ohne sauerstoff bestiegen hat und bei dem 96 desaster am mount everst 3 menschen in ueber 8000m hoehe im sturm gerettet hat. ingo verschlingt solche buecher und berichtete uns immer von den fortschritten am berg, von seiner eigenen ertraeumten everest besteigung und wie sich anatoli (er duzt ihn) fuer solche taten akklimatisiert. also mehrmals und immer hoeher aufsteigen und wieder aubsteigen. vor dem letzten und finalen aufstieg ging er von 7900m auf 3800m runter um sich zu erholen um dann den everst ohne sauerstoff zu besteigen. wir war also durch sekundaer literatur bestens informiert wie man sich akklimatisiert. hier angekommen stellte es sich als schwierig heraus eine tour zum pisco zu finden. erst die xte agentur machte ein gutes angebot allerdings gleich fuer freitag also am 3ten tag unseres aufenthalts hier. also auf die ganzen ratschlaege gesch.... und gebucht. zu ingo und seinen buechern spaeter mehr.
3. Pisco
5763 meter hoch, schneebedeckt, mitten in der cordillera blanca im huascaran national park. mit 2 norwegerinnen (anette und karinn) und einem fuehrer (martin) gings mit oeffentlichen verkehrsmitteln zum ausgangspunkt im huarascan national park. von dort ging es in 3 studen von 3900 auf 4700 zum base camp. auf dem weg hatten wir dann schon den ersten ausfall. anette ging es schlecht und nach mehrmaligem erbrechen ging, kroch sie zurueck nach huaraz. also nur noch ingo, karinn, martin unserer fuehrer und ich. angekommen im base camp fing es schon an kalt zu werden, abendessen mit suppe und spaghetti der marke hauptsache was im magen und dann in die schlafsaecke. in der nacht wurde es dann immer kaelte und unserer schlafsaecke stellten sich als nicht hoehentauglich heraus. als erstes ging ingo die luft aus.
ich lag komplett angezogen im schlafsack, wie wir alle, in embryonaler kauerstellung um der kaelte zu trotzen als sich ploetzlich ingo, wie ein schluck wasser, in der selben stellung an mich schmiegte. waermer war es dann, aber ich schwor mir dass ich ihm, sobald er mich evelyn nennen und bewegungen der eindeutigen art machen wuerde, eine scheuern wuerde. soweit kam es dann jedoch nicht, um 3 uhr frueh war unsere romantische nacht dann auch schon zu ende und fruehstueck war angesagt. losgelaufen sind wir dann um 4 uhr. nach einer halben stunde war dann auch schon fuer karinn schluss, die sich nicht wohl fuehlte und umdrehte. also nur noch ingo, martin und ich. auf 5000m ging es dann von fels auf eis ueber. also steigeisen an die schuhe, anseilen und weiter. ingo kannte die erfahrung noch nicht, nachts nach einer kurzen und kalten nacht ohne viel schlaf mehrere stunden den berg hoch zu laufen. wer es noch nie gemacht hat kann sich nicht vorstellen wie anstrengend und ermuedend das ganze auf ueber 5000m hoehe ist. fuer mich war es auf jeden fall der letzte berg in suedamerika, inzwischen habe ich lust auf qualen verloren und 3 berge reichen mir. auf dem weg nach oben kam dann der spruch von ingo dass er, wenn er zu hause ankommt erst mal alle bergbuecher verbrennen wird. also wenn es ein feuer gibt nicht wundern evelyn. am 19.7 um 11.11 uhr waren wir dann auf dem gipfel des pisco, schossen ein paar bilder, tranken einen schluck pisco (45% weinbrand) und runter gings. ingo hatte sich trotz meines waermenden rueckens nachts erkaeltet und wollte noch am gleichen tag zurueck nach huaraz um sich eine weitere nacht in der hoehe zu sparen. um 15:30 waren wir total erschoepft zurueck am base camp. ingo und ich sind dann nur noch ins zelt, schafften es nicht mal mehr die schuhe auszuziehen, und schliefen sofort ein. nach einer halben stunden schlaf gings dann wieder ein wenig besser, an abstieg war aber nicht mehr zu denken. also ging ingo in die huette um dort im warmen zu schlafen waehrend ich im zelt blieb und mich in der nacht ordentlich zu erkaelten. morgens war das schwitzwasser auf meinem schlafsack zu eis gefroren, nur um einen temperatur eindruck zu geben. am dritten tag gings dann nochmnals 1.5 stunden den berg hinunter dann im bus zurueck nach huaraz. im toyota bus zu 20 leuten mit einem schwein auf dem dach. inzwischen geht es uns wieder besser und ingo hatte auch schon wieder ein kletter magazin in der hand.
4. Furzen
wuerde mich jetzt interesieren wieviele leute die ersten drei berichte uebersprungen haben um direkt hier zu landen. also ein unangenehmes thema das aber angesprochen werden muss. gibt es eine medizinische erklaerung warum der mensch in groesseren hoehen an blaehungen leidet ?. keine ahnung warum aber sobald ich ueber 2500m bin geht das ab, hierfuer gibt es mehrere ohren und nasenzeugen. meine erklaerung hierfuer ist folgende. in der duennen hoehenluft muss man mehr atmen und da nicht genuegend sauerstoff da ist atmet die lunge schon wieder ein bevor ausgeatmet ist, tja und durch irgendeine koerperoeffnung muss die luft ja wieder raus. OK auch mir fehlt noch der uebergang von lunge zum darm aber wer weis. sollte es jemand wissen, mich bitte wissen lassen. ein weiteres problem des furzen in suedamerika sind dann noch die staendigen magenproblem. ich bin seit einigen wochen gluecklicherweise verschont davon, ingo hat es aber schwer getroffen. das problem beim furzen ist dann, dass man nie sicher ist ob es ein furz ist oder durchfall. heute morgen am tag nach der pisco besteigung beim fruehstueck meinte ingo auf jeden fall zu mir, dass seine fuerze heute schon wieder ziemlich geruchsintensiv waeren. das mag sich jetzt schlimm anhoeren ist hier aber gang und gaebe und ich dachte mir auch nichts dabei. ich trank weiter meinen tee und war froh dass meine nase zu war. 5 minuten spaeter kommt ingo wieder und sagt zu mir, "war kein furz weisst du wo meine 2te unterhose ist".
so bis zum naechsten bericht, dann wieder aus ecuador, hasta luego
el viajero
Letztes Update am 29.01.2009 durch